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Stichwort “Resilienz”: Sind Stehaufmännchen magische Figuren?

Resilienz gedeiht bestens in einer Kultur von Offenheit, Innovation und Vertrauen.

Von wegen “Fähigkeit, nichts an sich heranzulassen”: Resilienz gedeiht bestens in einer Kultur von Offenheit, Innovation und Vertrauen.

In Hogwarts wird das Fach “Pflege Magischer Geschöpfe” angeboten. Hier lernen Schüler*innen wie Harry Potter viel über ihre Besonderheiten, ihre magischen Kräfte und auch ihre Gefährlichkeit. Magische Wesen sind wichtig, weil sie wirkmächtige Substanzen und Kräfte beisteuern können. Vor allem aber lassen sie sich niemals unterkriegen: So würden Resilienten als Stehaufmännchen sehr gut in die Welt des Wildhüters Hagrid passen. Sie sind intelligent und temperamentvoll, sie lieben emotionale Bindungen und orientieren sich an den Werten der Gemeinschaft. Autorin J.K. Rowling wüsste sicher alles über diese neue und konstruktive Spezies, aber wir wollen uns auf ihre Rollen in unserer Muggel-Sphäre beschränken.

“Wenn wir unsere Fähigkeiten als Verhexer entwickeln wollen, müssen wir uns an Magier, Mythologen, Traumweber und vor allem an Geschichtenerzähler halten.”

Stephen Brown: “Die Botschaft des Zauberlehrlings”, München 2005

Lange Zeit wurden Resilienz und Widerstandsfähigkeit mit Gefühlslosigkeit gleichgesetzt und mit dem Unvermögen, etwas an sich heranzulassen. Das lateinische Wort resilire meint ja auch abprallen und zurückspringen. Der Begriff stammt aus der Physik und besagt, wie viel Energie eine Substanz absorbieren kann, ohne sich dabei zu verformen.

Neue Sicht auf Resilienz

Heute weiß man, dass Resilienz nicht jene männlich dominierte Selbstoptimierung beschreibt, die mit Empathie und Solidarität unvereinbar ist. Denn Sensibilität und Resilienz stehen keineswegs in Opposition zueinander. Das tun sie nur, wenn man sie verabsolutiert.
Resilienz ist kein starres Konzept, kann gut in einer Kultur von Offenheit, Innovation und Vertrauen (vor allem in die eigenen Fähigkeiten – und in die anderer) gedeihen. Sie entfaltet sich in der Wechselbeziehung von Individuum, Team und Unternehmen und muss dabei auch die Einflüsse und Abläufe der Technik berücksichtigen.

Resilienz braucht entsprechende Unternehmenskultur, um …

  • Schocks oder Veränderungen abzufangen bzw. sie zu transformieren,
  • sich immer wieder an neue Herausforderungen und Gegebenheiten anzupassen,
  • auch weiterhin gut zu funktionieren und
  • Ziele zu erreichen, zu überleben, zu gedeihen und zu wachsen.

Das Sichern von Resilienz ist in Zeiten von Wandel und VUKA so wichtig, dass sie beim 22butterfly Corporate Karisma Festival in unterschiedlichen Kontexten ein zentrales Thema sein wird. – Und ja, es kann gut sein, dass sie dabei einen Zukunftsfreude-Zauber und begründete Zuversicht auslösen wird.

Ein wenig Magie kann ja wirklich nicht schaden.


Foto: Ryan Molton | Unsplash.

Von Harald Jeschke

Harald Jeschke ist Kommunikationsberater und Autor bzw. Ghostwriter zahlreicher Sachbücher und Biografien. Er war Leiter des Fachbereiches Text, Presse, PR eines internationalen Konzerns und Mitinhaber einer Werbeagentur. Heute sind seine Beratungsschwerpunkte der Aufbau, das Ausrichten und die Festigung der inneren Beziehungen von Organisationen und die Verständlichkeit von Botschaften und Zusammenhängen. Er hat Büros in Oberösterreich und Tirol und unterstützt Berater*innen, Dienstleister und Anbieter erklärungsbedürftiger Produkte und Services mit Text4Transition beim analogen und digitalen Aufbereiten und Vermitteln ihrer Expertise (www.harryjeschke.at).

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